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dmexco: Die Wiederbelebung „alter“ Trends bei mobiler Markenführung

Mobile ist der von allen digitalen Kanälen für Markenführung am schnellsten wachsende Markt. Spricht man von mobilen Marketingmaßnahmen, kommt man derzeit nicht um Apps und deren Wegbereiter Apple herum. Langfristig aber werden wieder „gute, alte“ Themen Trendgeber für mobile Markenführung.

Derzeit (noch) Trend-Plattform für das Mobile Marketing: Apples iPhoneSelbst auf der mit iPhone-Jüngern überdurchschnittlich stark bestückten Veranstaltung wie der dmexco vorletzte Woche in Köln hat sich gezeigt: Die Begeisterung für Apples Smartphone und dessen Apps appt, ups: ebbt langsam ab. Einen Beleg dafür liefern die erstmalig erhobenen Mobile Facts der AGOF. Demnach dominiert nach wie vor Nokia den deutschen Handymarkt mit 27,8 Prozent aller Geräte. Sony Ericsson (15,3 Prozent) und Samsung (15,2 Prozent) folgen mit schon deutlichem Abstand auf den Plätzen zwei und drei. Und erst auf Platz vier findet sich Trendsetter Apple mit 15,1 Prozent. Welche Rolle das i-Universum mit iPhone und seinem geschlossenen System der Apps im Mobilmarkt spielt, zeigt folgende Relation: Nur drei bis vier Prozent der Bevölkerung besitzen ein iPhone, sind aber für ein Drittel des mobilen Internettraffics verantwortlich. Das beweist vor allem eins: iPhone-Nutzer sind überdurchschnittlich affin und aktiv, was das mobile Internet betrifft.

Aber: Apples Stern ist aber schon wieder im Sinkflug, weil sich schon online gezeigt hat, dass Closed-Shopping-Systeme nicht funktionieren und weil andere Hersteller wie Nokia, Samsung und Sony Ericsson mit eigenen Smartphones und Anwendungen nachziehen. Hinzu kommt: Von durchschnittlich 14 installierten Apps nutzt jeder Deutsche nur fünf regelmäßig. Tatsache aber ist auch: 17 Prozent der deutschen Internetnutzer nutzen derzeit das mobile Internet, 2011 werden es schon 24 Prozent sein. 43 Prozent davon nutzen das mobile Web bereits täglich. Schon jetzt ist jedes dritte Handy ein Smartphone. 83 Prozent der mobilen Webnutzer nehmen Werbung wahr. Es geht also um Awareness, CRM und vor allem um Branding. Und das erreichen Unternehmen vor allem über Emotionalität, ist Stefanie Gauger, Brand-Chefin von Otto, überzeugt. Deshalb experimentiert der Versandhandelsriese derzeit viel über Mobile und versucht, Mode und Musik miteinander zu verbinden. Erfolgreiche Markenführung über mobile Kanäle betreibt schon Mercedes Benz, der mit über 1000 Unterseiten das größtes Portal im deutschen mobilen Web betreibt.

Auch für Unternehmen jenseits der großen Konzerne wird das mobile Web als Marketingkanal wichtiger. Das größte Potenzial für 2011 sahen die dmexco-Experten in geobasierten Anwendungen und SEM/SEO, die 2011 ihr Comeback als mobile Trends feiern werden. Auch Location-based-Marketing birgt noch erhebliches Potenzial. Anwendungen wie „kauf da“ zeigen, wohin die Reise gehen kann. Das Konzept: Die Verbindung von Suche und Transaktion. Immobilienscout 24 beispielsweise bietet eine Mobilanwendung, mittels derer sich der Nutzer verfügbare Immobilien in seiner Umgebung anzeigen lassen kann. Adidas hat im 2009 mit seinem „Urban Guide“ einen interaktiven und mobilen Kunstführer gestartet. Der Nutzer kann empfohlene Routen ablaufen, Kunstwerke über die Umgebungssuche entdecken, vorhandene Bilder bewerten und kommentieren sowie eigene Fundstücke hochladen.

Auch wenn kein Geringerer als Google schon das Motto „mobile first“ ausgerufen hat: Mobile ist noch nicht Leitmedium. Dazu fehlt diesem Kanal noch die nötige Reichweite und wird sie auch in absehbarer Zeit nicht erreichen.

Zudem befinden sich viele Unternehmen noch im Stadium „digital first“. Die Ausweitung ihrer Aktivitäten auf mobile Kanäle ist erst der nächste Schritt. Ihre Entwicklung ist zäh, weil sie technisch deutlich anspruchsvoller ist als online (mobil werden künftig nicht drei, sondern unterschiedliche Browser in dreistelliger Anzahl genutzt). Die lange beschworenen notwendigen Voraussetzungen zum Durchbruch des mobilen Internets sind zwar da: Datenflatrates, ansprechende Geschwindigkeiten und entsprechende Endgeräte. Aber wann selbst first mover die Phase des „Test & Learn“ verlassen werden, ist nicht absehbar. Akzeptanz wird sich nur über Merhwert und Relevanz der Anwendung erreichen lassen. Denn die eigentliche Aufgabe besteht darin, das Nutzerverhalten zu ändern. Und das ist deutlich schwieriger als jede technische Entwicklung.

Dieser Beitrag wurde am 28.09.2010 von
Christina Rose geschrieben.
Rubriken: Online-Markenführung
Schlagwörter: Mobile-Marketing   Online-Marketing  

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