Interessantes von der Suchmaschinenmarketing-Konferenz SEMSEO 2009
Einen Tag lang war Hannover die Suchmaschinenhauptstadt Deutschlands. Denn dort trafen sich am 15. Mai 2009 rund 350 Suchmaschinenoptimierer und -marketer auf der renomierten Branchenkonferenz SEMSEO. Für das B2B-Online-Marketing waren zwei Themen besonders interessant.
Googles „Universal Search“ wird die Suchmaschinenoptimierung nachhaltig verändern
Sie haben den Begriff „Universal Search“ noch nie gehört? Trotzdem bin ich mir sicher, dass Sie Googles Antwort auf die immer komplexer werdenden Web-Inhalte schon einmal gesehen haben. Mit „Universal Search“ bezeichnet Google das Einstreuen von Ergebnissen seiner Spezialsuchen (zum Beispiel Google Maps oder die News-, Bilder-, Video-, Blog- und Produktsuche) auf „normalen“ Suchergebnisseiten. Vor zwei Jahren hat die Suchmaschine damit begonnen und den Anteil der „Fremd-“Ergebnisse innerhalb der Standardsuche kontinuierlich ausgeweitet.
Wohin die Reise geht, kann man schon heute gut erkennen, indem man bei Google aktuelle Ereignisse oder die Namen von berühmten Personen in den Suchschlitz eingibt. Wenn Sie beispielsweise bei Google nach der Hotelerbin Paris Hilton suchen, sehen Sie im sofort sichtbaren Bereich (d. h. ohne Scrollen) der ersten Ergebnisseite gerade noch drei „normale“ Suchergebnisse. Darüber und darunter tauchen die Top-Ergebnisse der News-, Bilder und Video-Suche auf. Weiter unten auf der Seite erscheinen zudem die Top-Ergebnisse der Blogsuche. Diese Teaser sollen die normalen Ergebnisse ergänzen. In der Praxis verdrängen sie jedoch nicht nur die sog. „organischen“ Suchergebnisse aus dem so wichtigen oberen Seitenbereich, sie ziehen zudem durch ihre Bilder viel Aufmerksamkeit auf sich.
Viele Suchmaschinenoptimierer hegen gemischte Gefühle für die neuen Inhaltsblöcke auf den Suchergebnisseiten. Einerseits wird das Aussehen der Suchergebnisse dadurch immer unvorhersehbarer. Je mehr Zusatzinformationen den organischen Suchergebnissen hinzugefügt werden, desto weniger greifen klassischen SEO-Maßnahmen. Denn die Top-Positionen in den organischen Ergebnissen verlieren durch die neue „Konkurrenz“ an Bedeutung. Andererseits bergen die verschiedenen Zusatzinhalte auch neue Chancen, bei einem gewünschten Suchbegriff einen aufmerksamkeitsstarken Platz auf der ersten Suchergebnisseite zu ergattern. Voraussetzung ist jedoch, dass man die unterschiedlichen Kanäle wie Videos, Blogs, News oder Bilder wirksam mit geeigneten Inhalten versorgen kann.
Noch sehen die Suchergebnisseiten bei den meisten Suchanfragen aus dem B2B-Bereich ganz klassisch aus, so wie man es seit Jahren gewohnt ist. Doch ich bin mir sicher, dass sich dies mit der Zeit auch im B2B-Umfeld ändern wird. Suchmaschinenoptimierung, und vor allem die Optimierung für Google, wird in Zukunft bestimmt anspruchsvoller werden. SEO-Bemühungen werden viel stärker mit anderen Online-Marketing-Maßnahmen verwoben werden müssen, als dies heute oft der Fall ist. Die klassische Kombination aus Websiteoptimierung und Backlinkaufbau wird dann nicht immer ausreichen, um bei den gewünschten Suchbegriffen ganz vorne mitzuspielen. Nur wer frühzeitig lernt, alle relevanten Online-Kanäle wirksam für sich zu nutzen, wird von der Weiterentwicklung der Universal Search profitieren.
Mehr Qualität und Kreativität beim Linkaufbau
Strategien und Ideen für den Linkaufbau war meinem Empfinden nach (erwartungsgemäß) eines der wichtigsten Themen auf der SEMSEO 2009. Das verwundert nicht. Schließlich sind Backlinks, also Links von anderen Websites zur eigenen Website, eines der wichtigsten Bewertungskriterien für die Platzierung in den Suchergebnissen, vor allem für Google. Viele gute Backlinks zu generieren, hat daher für jeden Suchmaschinenoptimierer eine hohe Priorität.
Doch der Aufbau von Backlinks wird immer schwieriger. Google versteht es immer besser, reine SEO-Links von solchen Links zu unterscheiden, die eine Empfehlung im ursprünglichen Sinne des Google-Algorithmus darstellen. So ist beispielsweise das Eintragen der eigenen Website in hunderte von Webkatalogen zwar einfach umzusetzen, hat jedoch nichts mit zeitgemäßem Linkaufbau zu tun. Andererseits wirkt eine Backlinkstruktur, die sich ausschließlich aus hochwertigen Textlinks zusammensetzt, für Google zumindest ein wenig verdächtig. Ein guter Mix aus „wertvollen“ und weniger wertvollen Links, aus Text- und Bildlinks sowie aus Follow- und Nofollow-Links ist daher ratsam, weil er „natürlich“ aussieht.
Wie kommt man denn nun an gute Backlinks? Ein allgemeingültiges Patentrezept hatte auch auf der SEMSEO niemand. Dafür gab es einige neue Ideen. Ganz allgemein ist beim Linkaufbau in Zukunft mehr Kreativität gefragt, um an hochwertige Links zu gelangen, die sich möglichst auch noch direkt innerhalb des Hauptinhaltsbereiches einer Seite befinden.
Die in meinen Augen interessanteste Anregung, die ich von der Konferenz mitgenommen habe, ist der Linkaufbau mithilfe von Widgets.
„Ein Widget […] ist ein kleines Computerprogramm, das nicht als eigenständige Anwendung betrieben, sondern in eine […] Webseite […] eingebunden wird.“
Quelle: Wikipedia
Ein Widget nutzen Sie zum Beispiel, wenn Sie ein YouTube-Video mittels des bereitgestellten Code-Schnipsels auf Ihrer eigenen Website einbauen. Meist rufen diese Code-Schnipsel ein Javascript- oder Flash-„Progrämmchen“ auf. Soweit so unspannend für die Suchmaschinenoptimierung, denn dort ist man vor allem an Textlinks direkt im Quellcode einer Seite interessiert. Was sich innerhalb von Javascript und Flash abspielt, ist zunächst einmal nicht SEO-relevant.
Doch wer sagt, dass der bereitgestellte Codeschnipsel ausschließlich den Javascript- oder Flash-Aufruf beinhalten muss? Das Portal Slideshare, eine Art YouTube für PowerPoint-Präsentationen, zeigt, wie es geht:

Der Codeschnipsel zum Einbinden einer Slideshare-Präsentation enthält nicht nur den eigentlichen Präsentationsplayer, sondern darunter auch noch eine Zeile mit purem HTML-Text inklusive einiger Suchmaschinen-lesbarer Links. Zwar kann man mit minimalem HTML-Grundwissen diese Links oder auch die ganze Textzeile beim Einbau entfernen. Doch die Erfahrung zeigt: Nur die wenigsten Online-Redakteure tun dies, entweder aus Bequemlichkeit oder weil die Links auf weitere themenrelevante Inhalte verweisen und somit tatsächlich nützlich sind.
Mit ein wenig Fantasie lassen sich auch für Unternehmen aus dem B2B-Umfeld sinnvolle Einsatzmöglichkeiten für solche Widgets finden. Dabei muss es nicht immer um die Bereitstellung von Inhaltsschnipseln gehen. Branchenspezifische Rechner- oder Konfiguratoren-Module eignen sich beispielsweise gut als Widgets.
Wichtig ist jedoch immer: Widgets dürfen nicht als eine Art interaktive Online-Anzeige verstanden werden. Nur wenn es einen konkreten Nutzwert gibt, werden solche Widgets in der anvisierten Zielgruppe Verbreitung finden.

Rubriken: Suchmaschinenmarketing (SEM), Suchmaschinenoptimierung (SEO)
Schlagwörter: Video-Marketing


Aus meiner Sicht beschreibt das auch die Trends im Suchmaschinenmarketing ganz gut, weil viele SEO / SEM ler ja Probleme haben, die Kunden von Multi- Medialem Content zu überzeugen, der dann bitte auch noch woanders gehostet werden sollte ;-)
@KMTO: Stimmt, das Kürzen ist eine der schwierigsten Aufgabe beim Texten/Schreiben ;-)
Bzgl. fremdgehostetem (Multimedia-)Inhalt: Wer heutzutage bei der Suche nach dem eigenen Firmennamen nicht einen Großteil der ersten Suchergebnisseite mit selbst-beeinflussbaren Ergebnissen belegt, sollte sich Gedanken über eine stärkere Social-Media-Nutzung machen. Oft hält sich der Aufwand für die Pflege dieser kleinen „Außenposten“ in Grenzen, der damit verbundene Nutzen für Online-Reputation und Suchmaschinenoptimierung ist jedoch ungleich größer.
Dafür zuerst einmal vielen Dank.
Ich persönlich bin sowieso etwas gelangweilt von dem klassischen Linktauschgeschäft. Da ist sowieso zu viel Schrott dabei und man hat viel Arbeit gute Partnerschaften aufzubauen.
Die Widget-Idee gefällt mir da schon wesentlich besser. Auch wenn die Grundlegende Idee dahinter wesentlich schwerer zu erreichen ist.
Bislang war die Googlesuche ein Trichter in die richtige Richtung so wie man es kennt. D.h. wenn man richtig positioniert war brauchte man nur die Hand unter dem Trichter aufzuhalten. Es beginnt, daß sich der Trichter dreht und auf dem Kopf steht. Die Öffnung wird so breit, daß man gar nicht überall gleichzeitig sein kann, um dort zu sein, wenn etwas aus dem Trichter kommt.
Ich komme damit für mich zu dem Schluß, daß die beste SEO-Maßnahme die ist, mit 100%iger Qualität in seinem eigenen Shop zu arbeiten. Sich genau auf diese Arbeit und auf die hoffentlich zufriedenen Kunden zu konzentrieren. Wer bei Stammkunden die Nase vorne hat, brauch sich keine Sorgen um die Entwicklung bei Suchmaschinen zu machen.
Ich spreche dabei vom Nischenmarkt und von kleineren Händlern wie ich es mit meinem kleinen Shop unter http://www.trachten-dirndl-shop.de bin. Und ich spreche davon, per sofort unter diesem Gesichtspunkt seinen "Laden" zu führen.
Good luck!
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